Osteoporose – ein schleichender Vorgang


Der Knochenschwund verläuft lange unbemerkt. Oft wird erst daran gedacht, wenn die Körpergröße bereits deutlich zurückgegangen ist, der Rücken häufig schmerzt oder ohne ersichtlichen Anlass ein Knochen bricht. Dann ist wertvolle Zeit verloren gegangen. Gerade für Frauen nach der Menopause, die ja die Hauptrisikogruppe bilden, ist es daher ratsam, ein paar Jahre nach den Wechseljahren mit dem Arzt zu sprechen oder zunächst selbst einen Risikotest durchzuführen. Ein erfahrener Arzt, zumal wenn er die Patientin seit Jahren behandelt, kann das Risiko gut einschätzen bzw. es durch gezielte Fragen und einfache Messungen erfassen.

Wie wird Osteoporose festgestellt?

Besteht der begründete Verdacht auf ein erhöhtes Osteoporose-Risiko, wird der Arzt meist eine Knochendichtemessung durchführen. Zwar kann prinzipiell auch durch eine Ultraschall-Messung, wie sie u.a. in der Apotheke angeboten wird, die Knochenbruchwahrscheinlichkeit bestimmt werden; eine wirkliche Knochendichtemessung ist damit aber nicht möglich. Daher eignet sich der Ultraschall nur für einen ersten Hinweis.

Das erprobte Verfahren der Knochendichtemessung ist die sog. DXA-Messung (Dual X-ray Absorptiometrie). Findet sich hier eine gegenüber dem Mittelwert junger Frauen deutlich reduzierte Knochendichte, muss der weitere Verlust an Knochenmasse verhindert werden. Je nachdem, wie viele Risikofaktoren insgesamt vorliegen und wie hoch somit das individuelle Risiko für einen Knochenbruch ist, muss eine wirksame Therapie eingeleitet werden. Sie wird bei niedrigem Gesamtrisiko zunächst aus Lebensstilmaßnahmen bestehen. Bei höherem Risiko sollte zusätzlich medikamentös behandelt werden.

Mit den heutigen Medikamenten lässt sich der Krankheitsprozess aufhalten. Sogar wenn es bereits zu einer typischen Fraktur, z.B. von Wirbelknochen, Oberschenkelhals oder Handgelenk, gekommen, kann der Knochen durch die regelmäßige Einnahme moderner Osteoporosemedikamente stabilisiert werden.