Knochensubstanz wird immer poröser


Je länger der Knochenabbau überwiegt, um so mehr gehen die für die Knochenfestigkeit so wichtigen Quervernetzungen verloren. Die Last, die der Knochen ohne Risiko tragen kann, wird immer geringer. Die Bruchgefahr steigt. Prinzipiell kann es jeden Knochen treffen. Meist sind es aber Wirbelkörper, der Oberschenkelhals oder das Handgelenk. Östrogenmangel beschleunigt den Abbau.

Bei Frauen kommt es ab der Menopause zu einem beschleunigten Knochenabbau. Parallel zur abnehmenden Hormonproduktion in den Eierstöcken gewinnen die Osteoklasten („die Knochenfresszellen“ oder knochenabbauenden Zellen) die Oberhand. Dennoch führt der Hormonmangel nicht zwingend zur Osteoporose. Nach Schätzungen leidet jede dritte bis vierte Frau nach der Menopause mehr oder weniger ausgeprägt an einem drastisch beschleunigten Abbau des Knochens. Bei einem Verlust von 30-40% der ursprünglichen Knochenmasse spricht man vom krankhaften Knochenschwund.

Die Folge können Knochenbrüche sein. Als erstes brechen meist Rückenwirbel ein, was beim ersten Mal nicht unbedingt schmerzhaft sein muss. Das Problem ist aber, dass die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Wirbelbruch nun fünf Mal so hoch ist. Im Laufe der Zeit verformen sich die betroffenen Wirbelkörper und die Wirbelsäule sackt unter der Last des Körpergewichtes immer weiter zusammen. Der sog. Witwenbuckel bildet sich aus – ein untrügliches Zeichen für eine Osteoporose. Die Frau wird messbar kleiner. Besonders nachts tut der Rücken weh.

Auch Männer sind nicht vor dem Knochenschwund gefeit. Jeder fünfte Osteoporosekranke ist männlich. Allerdings sind Männer üblicherweise später betroffen oder aufgrund einer langjährigen Behandlung mit Medikamenten, die den Knochen schwächen.

Die Rolle der Muskeln

Nicht nur im Knochen selbst herrscht ein fein austariertes Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und -abbau. Komplexe Wechselwirkungen bestehen auch mit dem Muskelapparat. Werden die Muskeln durch Sport gekräftigt, wird auch der Knochen stärker, um der Zug- und Biegekraft standhalten zu können. Umgekehrt gilt: Wenn die Muskeln vernachlässigt werden, leidet auch die Knochenstabilität. Es zählt aber nicht allein die Muskelkraft. Auch die Koordination und das Gleichgewicht spielen mit zunehmendem Alter eine wichtige Rolle. Eine Art des Gleichgewichtstrainings, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut, und gute Erfolge zeigt, ist das Tai Chi, auch als Schattenboxen, bekannt. (1)

Die Bedeutung von Calcium

Der Knochen ist der Calciumspeicher des Körpers. Reicht die Zufuhr nicht aus, bedienen sich die anderen Organe bei Bedarf aus dem Knochen. Damit im Knochen immer ausreichend Calcium gebunden ist, kommt es daher darauf an, über das ganze Leben täglich genügend Calcium über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen. Denn nur ein Knochen mit vollen Calciumspeichern ist ein starker Knochen. Das an Hydroxylapatit gebundene Calcium ist bei der Knochendichtemessung ein Marker für die Knochendichte. (2)

Der positive Effekt der Sonne

Direkte Sonnenstrahlung sollte zwar aufgrund der Hautkrebsgefahr heute nur in Maßen genossen werden. Für die Knochen ist aber ein täglich etwa 30-minütiger Aufenthalt im Freien wichtig. Denn nur so kann das für die Calciumaufnahme aus dem Darm und den Einbau in die Knochen wichtige Vitamin D in der Haut gebildet werden. Zwischen April und September lässt sich so in unseren Breiten der Bedarf ganz einfach decken.

(1) Wayne PM et al. Arch Phys Med Rehabil. 2007;88(5):673-80
(2) www.dv-ostelologie.org