Welche Knochen brechen?
Rein statistisch gesehen erleben jede zweite Frau und jeder dritte Mann mit Osteoporose im Laufe ihres Lebens irgendwo im Skelett einen Knochenbruch, wenn sie nicht behandelt werden. Für eine 70-jährige Frau liegt das Risiko, sich innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Wirbel zu brechen, allein aufgrund ihres Alters und Geschlechts bei 17% (1). Ist ihre Knochendichte vermindert, steigt es auf 26%, hat sie bereits eine Fraktur erlitten, beträgt es sogar 56%. Kommen Risikofaktoren hinzu, steigt es weiter an.
Diese Zahlen sind der Risikoabschätzung der DVO (Dachverband Osteologie) Leitlinien zu entnehmen. Von 20 Frauen im Alter von 50 Jahren wird daher rund eine innerhalb der nächsten zehn Jahre einen osteoporosebedingten Bruch erleiden. Bei Frauen im Alter von 80 Jahren sind es sieben von zehn. Oft genug wird der Knochenbruch unerkannt bleiben, zumal Wirbelkörperfrakturen bei Frauen in 90% der Fälle auf ein inadäquates Trauma zurückzuführen sind. Bei Männern gilt dies nur für 60% der Wirbelkörperfrakturen (2). Die Inzidenz von hüftgelenksnahen Brüchen steigt in der EU und den USA exponentiell mit dem Alter an.
Das Lebenszeitrisiko wird mit 11-23% für Frauen und 5-11% für Männer angegeben. Damit ist es für Frauen höher als das gesamte Risiko, einen Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs zu bekommen (2). Sonstige Knochenbrüche, die häufig ohne adäquate Gewalteinwirkung z.B. am Unterarm und oder in Oberarmkopf-Nähe entstehen, sind schwerer zu erfassen und einer Osteoporose zuzuschreiben. Europaweit wird davon ausgegangen, dass 19 Frauen zwischen 50 und 79 im Laufe von 1000 Personenjahre betroffen sind. Bei Männern sind es 7,3 pro 1000 Personenjahre (2).
(1) www.dv-ostelologie.org, Langversion DVO-Leitlinie 2006, S. 99f
(2) IOF: Weißbuch Osteoporose: 2004, S. 15-16
