Knochenbrüche mit verheerenden Folgen
Eine Fraktur zieht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere nach sich. Gegenüber gesunden Personen ist das Risiko für eine Person, die bereits eine Wirbelkörperfraktur erlitten hat, fünffach erhöht. Das Risiko für eine Hüft- oder periphere Fraktur steigt um 100%. Auch Hüftfrakturen erhöhen das Risiko zukünftiger Knochenbrüche. Eine zweite Hüftfraktur tritt doppelt so oft auf wie bei Gesunden. Die Folge können bleibende Behinderung, Pflegebedürftigkeit und Tod sein, von der verschlechterten Lebensqualität ganz zu schweigen.
Insbesondere hüftgelenksnahe Frakturen sind folgenschwer:
- Nur jeder vierte Patient erlangt die volle körperliche Mobilität zurück (2)
- 50% können anschließend nicht mehr ohne Gehhilfen gehen (2)
- 90% können nicht mehr problemlos Treppensteigen (2)
- Fast jeder Vierte kommt ins Pflegeheim (3)
- Jeder fünfte Patient stirbt innerhalb von zwölf Monaten (3)
Zum Vergleich: Das Risiko einer 50-Jährigen, eine hüftgelenksnahe Fraktur zu erleiden, ist größer als ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken (4). Für die Versorgung der typischen Schenkelhalsfrakturen sind mehr Krankenhaustage erforderlich als für die Behandlung aller Herzinfarkte und Brustkrebserkrankungen zusammen.
(1) IOF: Weißbuch Osteoporose: 2004, S. 16
(2) Reginster et al.: IOF-Proceedings (The Osteoporosis Paradox: The Neglected Disease) 2000, S. 6
(3) Dolan et al.: Osteoporosis Int 1998; 8, 611-617
(4) Cummings et al: Arch Intern Med 1989; 149: 2445-2448
